Video- und Livestreaming – eine Erfolgsstory

Livestreams und Videostreams sind seit Jahren in aller Munde und es sprießen sowohl Anbieter von Streams als auch Apps aus dem Boden, mit denen der Anwender selbst zum Livestreamer werden kann. Wie es am Markt derzeit aussieht, welche verschiedenen Angebote es gibt und wo die Reise hingeht, haben wir versucht etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. 

Aktueller Stand von Videostreaming

Im Jahr 2017 nutzen laut Statista mehr als 24 Millionen Nutzer monatlich Livestreams – alleine in Deutschland!

Videostreams allgemein

Der Trend geht dahin, dass Videostreams auf Dauer den Fernsehkonsum reduzieren werden. Dies wird eindrucksvoll an der Studie der Welt deutlich, in der 1/3 der Befragten aussagt, dass sie bereits Videostreaming als Ersatz für das herkömmliche Fernsehen nutzen. Ganze 36% nutzen bereits Live-Streaming-Dienste. Daraus ergibt sich, dass das Videostreaming den Fernsehkonsum schneller als vielfach angenommen verändert.

In diesem Zusammenhang ist auch die Tatsache interessant, dass der „Besitz“ von Inhalten für die meisten Nutzer nicht mehr relevant ist. Die klassische DVD-Sammlung Zuhause stirbt früher oder später aus, denn langsam lernen die Anwender, Abos für Inhalte abzuschließen. Dies zieht sich quer über alle Medien wie Musik, wie sich am immer größer werdenden Musik-Streaming-Markt durch Spotify, iTunes & Co. eindrucksvoll zeigt. Im Bereich des Fernsehens findet dieser Wandel über Netflix, Amazon Video, Maxdome & Co. gerade statt. Der Umsatz mit Abomodellen lag hierzulande im Jahr 2013 erst bei etwa 20 Millionen Euro und wird sich bis 2020 auf knapp 200 Millionen Euro erhöhen. Die Zeichen für Videostreaming stehen also mehr als gut.

Livestreaming

Die Möglichkeit, Livestreams über das Internet zu veröffentlichen wird für jeden Anwender immer einfacher. So gibt es am Markt eine Vielzahl von verschiedenen Apps, mit denen sich auch vom Smartphone aus problemlos innerhalb von Sekunden ein Stream live im Internet übertragen lässt. Apps wie Facebook, YouNow, Periscope oder Livestream haben sich rasant entwickelt und ermöglichen es jedem, sich einem Millionenpublikum zu präsentieren. Ohne Fernsehstudio und ohne Kamera oder PC. Auch Youtube bietet seinen Nutzern mittlerweile die Möglichkeit, Livestreams nicht nur vom PC, sondern auch mobil von iOS oder Android-Endgerät zu schalten.

Längst wird diese Möglichkeit, schnell und unkompliziert Liveinhalte einem großen Publikum zu präsentieren, nicht mehr nur von Privatpersonen genutzt. So übertrug Apple – wie könnte es anders sein – seine Keynote 2017 natürlich ebenfalls live im Internet und stattet sein neuestes Flaggschiff iPhone X mit umfangreichen Funktionen hinsichtlich des Themas Livestreaming aus. So werden zukünftig auch Apps direkt von iOS aus live gestreamt werden können. Große Marken wie BMW haben den Trend der Zeit ebenfalls längst erkannt. So brachte die Präsentation des neuen M2 in Persiscope 48.000 Social Media Interaktionen, 16,6 Million Impressions und 3.000 neue Periscope Follower.

Vorteile für die User

Für Nutzer bringt dieser Wandel große Vorteile, denn das Angebot wird immer größer. Es stehen immer mehr Dienste zur Verfügung, die sofort verfügbar und konsumierbar sind. So hält Streaming nicht nur im Musik- und Filmbereich in Form von Streaming-Plattformen Einzug, sondern eben auch in anderen Bereichen des privaten Konsums.

Streaming-Angebote für Anwender

Neben dem klassischen Video- und Musikstreaming, das immer professioneller und qualitativ hochwertiger wird (siehe auch den Beitrag zu verlustfreiem Streaming bei Spotify), gibt es eine breite Palette zusätzlicher Anwendungsmöglichkeiten. So bieten große Casinoanbieter über Livespiele die Möglichkeit, live am Tisch mit dem Spieler zu interagieren. Live-Spiele unterscheiden sich stark von klassischen Casinospielen, denn sie finden nicht mehr nur mit einer Maschine, sondern mit echten Gebern statt, die direkt mit dem Nutzer interagieren. Diese Entwicklung zeichnete sich ab, denn der Erfolg von Streamern bei Twitch und Youtube, die innerhalb ihrer Streams direkt mit den Zuschauern interagieren, zeigte deutlich, dass diese Art des Social-Streaming für viele Anwender interessant ist. Das ist es letztendlich, was die Livestream auf Plattformen wie YouNow entscheidend vom Livebild im Fernsehen unterscheidet.

Livestreaming-Angebote für Unternehmen

Auch Unternehmen profitieren von dieser Entwicklung, denn nie konnten sie sich so nah und unmittelbar ihren Kunden präsentieren. Wie wichtig es heute ist, auf den Zug aufzuspringen und nicht nur statische Videos und klassische Medien in die Marketingstrategie einzubinden, ist längst bekannt. Im Rahmen von Events, Führungen durch das Unternehmen oder der direkten Interaktion mit den Kunden haben Livestreams als Marketinginstrument längst einen hohen Stellenwert erreicht.

Werden Streams immer professioneller werden?

Derzeit kommen die meisten Livestreams von privaten Anwendern. Das kommt daher, dass dieses Medium insbesondere durch Gamer, ihre Lets-Play Videos sowie Anbieter wie Twitch groß geworden ist. Auch die eindrucksvolle Erfolgsstory von Livestreaming-Playformen wie YouNow kommt daher nicht von Ungefähr. Das Unternehmen mauserte sich aufgrund des Trends innerhalb kürzester Zeit vom kleinen Streaming-Anbieter zum Big-Player der Branche.

Während Livestreaming für Gamer längst ein alter Hut ist, verläuft die Entwicklung bei Unternehmen und professionellen Anbietern eher schleppend. Zwar finden Großevents wie die US-Wahlen natürlich auch per Livestream statt, aber die privaten Nutzer haben klar die Oberhand. Laut Vincent Nicolai, Geschäftsführer der Social-Media-Agentur Buddybrand sind Medienhäuser vorrangig in der Rolle eines Kurators für die Inhalte, die von Nutzern generiert werden. Allerdings sieht er auch, dass mit steigender Akzeptanz von Livestreams das professionelle Angebot immer weiter zunehmen wird. Damit sind natürlich nicht die klassischen Streaming-Plattformen gemeint, sondern echte Livestreaming-Angebote.

Nicht zuletzt wird auch das immer größer werdende Verdienstpotenzial für Streamer bei Youtube & Co. dazu führen, dass Streams für professionelle Anbieter interessant werden. Derzeit fehlen beim Livestreaming noch ausgereifte Monetarisierungsmöglichkeiten, denn im Privatbereich läuft hier der Großteil noch über aktive Spenden der Nutzer an den Streamer. Zuletzt haben auch Demonetarisierungen für bestimmte Formate durch Youtube für Aufsehen gesorgt.

Fazit

Livestreams und Videostreams im Allgemeinen sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken und werden immer wichtiger für professionelle Anbieter werden. Sie verdrängen nicht nur das Fernsehen auf lange Sicht, sondern werden auch zu einem gänzlich anderen Konsumverhalten von Videos, Inhalten und Angeboten führen. Wer jetzt als Unternehmen, Streamer oder professionelles Medienhaus nicht am Ball bleibt, kann schnell abgehängt werden.



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Bild: Pixabay.com
Datum:
17.11.2017, 16:00 Uhr
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