Google entwickelt keine eigenen Spiele mehr für Stadia

Zuvor hat Google noch große Ankündigungen gemacht und behauptet, mit ihrem Spiele-Streamingdienst „Stadia“ würden sie die Welt der Videospiele revolutionieren. Jetzt macht der Technikgigant aus Silicon Valley allerdings einen Rückzieher, denn Google produziert von nun an keine eigenen Spiele mehr für Stadia. Anscheinend soll das Segment dem Unternehmen zu viel Risiko bedeutet und nicht genügend Profit gebracht haben. Stadia soll zwar weiterhin Bestand haben, allerdings werden nur noch Spiele von dritten Entwicklern dort zur Verfügung stehen. Die Frage ist jedoch, ob Stadia ohne exklusive Spiele seinen Reiz verlieren und Studios keinen Grund sehen werden, ihre Spiele auf die Plattform zu bringen. Ist dies der Anfang vom Ende für Google Stadia?

Google zieht sich aus der Spieleentwicklung zurück

Im Februar machte Google die Ankündigung, die vielen Spielern die Kinnlade herunterfallen ließ: Stadia soll keine hauseigenen Spiele mehr bekommen. Erst 2019 hatte der Technikgigant ein internes Entwicklerstudio ins Leben gerufen. Nachdem Stadia Games & Entertainment (SG&E) gerade einmal knapp über ein Jahr aktiv war, wird das Studio nun wieder aufgelöst. Laut Aussagen des Unternehmens sollen die Angestellten innerhalb des Unternehmens verteilt werden. Jade Raymond, die Leiterin des SG&E-Studios hat unterdessen Google verlassen und schon ein neues, eigenes Indie-Entwicklerstudio namens Haven Entertainment Studios gegründet. Google will sich nun darauf konzentrieren, Stadia als Plattform bereitzustellen, auf der andere Entwicklerstudios ihre Spiele zur Verfügung stellen, die von Spielern über die Cloud im Stream gespielt werden können. Die Entwicklung von Spielen ist meist mit hohen Kosten, einer langen Entwicklungszeit sowie einem sehr hohen Risiko verbunden. Nachdem Google seinen Zeh in das Wasser der Spieleentwicklung gesteckt hat, scheint es für den Technikgiganten nicht lukrativ genug zu sein.

Ist Googles Plattform damit dem Untergang geweiht?

Google hatte schon seit dem Release Ende 2019, mit Stadia zu kämpfen. Der zuvor antizipierte und angekündigte Erfolg schien auszubleiben. Die Spieler entschieden sich nicht im erwarteten Ausmaß für das neue Gaming-Medium. Anstatt, dass Studios sich darum rissen, ihre Spiele auf die Plattform zu bringen, musste Google daraufhin Spiele sogar teuer kaufen, um sie auf Stadia anbieten zu können. Es wurde bekannt, dass Google zum Beispiel für das heiß begehrte Rockstar-Spiel „Red Dead Redemption 2“ einen zweistelligen Millionenbetrag blättern musste, damit das Spiel eine Stadia-Version erhielt. Googles Streaming-Plattform baut auf einem Linux-basierten Serversystem auf, sodass Spiele entsprechend von Entwicklern angepasst werden müssen, damit sie auf Stadia laufen.

Die Frage, die sich dabei unweigerlich stellt: Wird Stadia weiterhin Bestand haben können? Schon jetzt scheint es dem Technikriesen schwer zu fallen, Studios von sich zu überzeugen. Dies könnte noch schwerer werden, wenn das Alleinstellungsmerkmal – exklusive Spiele – nun wegfällt. Dieser Rückzieher sollte zudem für viele Spieler ein schlechtes Zeichen sein. Viele werden nun mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarten, dass Stadia eventuell nicht mehr zukunftsfähig ist und sich für andere Plattformen entscheiden, die vielversprechender erscheinen.

Streaming bleibt weiterhin im Trend

Denn, unabhängig davon, dass Google aus dem Bereich des Cloud-Gamings einen Schritt zurück macht, prescht der Trend, Spiele im Stream zu spielen, tatsächlich weiterhin rasant voran. Durch das Streaming werden Spielern zahlreiche neue Möglichkeiten geboten, die das Potenzial haben, die Zukunft der Spiele maßgeblich zu verändern. Dass Streaming die Welt der Unterhaltung schon jetzt auf den Kopf stellt, ist an vielen Stellen ersichtlich. Mit Streamingdiensten wie Netflix und Amazon Prime Video sind es die Menschen schon jetzt gewohnt, Filme und Serien im Stream anzusehen. Auch im Bereich des iGamings sorgt der Stream für neue Erfahrungen. So bieten zahlreiche der besten Online Casinos in Deutschland, die von der Vergleichsplattform casinos.de geprüft und bewertet werden, über sogenannte Live Casinos. Einige der beliebtesten Casinospiele wie Roulette und Blackjack können hier über einen Livestream mit einem echten Croupier gespielt werden. Dies ermöglicht eine immersive Casinoatmosphäre von überall.

Das Potenzial des Streamings macht sich nun vermehrt auch in der Videospielbranche breit. Was bei Filmen und im iGaming bereits etabliert ist, verändert nun auch die Art, wie Videospiele gespielt werden. So ist Microsoft auf und dran, ihre eigene Cloud-Gaming-Plattform, die über den Xbox Game Pass bereitsteht, auszuweiten und zu verbessern. Schon bald sollen Spieler Xbox-Spiele dann nicht mehr nur auf Android-Geräten über die Cloud spielen können, sondern auch über den PC und iOS-Geräte. Auch Nvidia hat mit GeForce NOW bereits eine eigene Cloud-Gaming-Plattform ins Leben gerufen. Ob Stadia hier seine Wettbewerbsfähigkeit halten können wird, ist fraglich.

Google wirft im Bereich der Spieleentwicklung das Handtuch: Stadia bekommt nun keine hauseigenen Spiele mehr, sondern wird lediglich zur Plattform für Games anderer Studios. Der Spiele-Streamingdienst hatte bereits von Anfang an, zu kämpfen. Bedeutet dieser Rücktritt für Stadia nun ein bevorstehendes Ende? Es bleibt abzuwarten.



(Bild: Google)
Datum:
25.03.2021, 04:01 Uhr
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